Unerwartete Lösungen für Führungskräfte und Berater:innen

Intuition ist wichtig – manchmal überlebenswichtig. Sie greift auf bewährte Schemata zurück. Das hilft im Normalbetrieb von Organisationen. Doch bei „wicked problems“ – also Problemen ohne echte Lösung – und bei neuen, unbekannten Aufgaben braucht es etwas anderes: nämlich antiintuitiv denken statt in vertrauten Bahnen. So entdecken Sie ungewohnte Wendungen – und blicken hinter die scheinbar klare Fassade.

Die Autorin, Sabine Kröhn, eröffnet einen neuen Zugang zu Organisationen. Das Buch arbeitet mit Hacks: lösungsähnlichen „Problemumfahrungen“, die unerwartete Lösungen aufzeigen. Damit können Führungskräfte und Organisationsberater:innen ihre Herausforderungen konkreter und wirksamer bearbeiten. Auf Basis der Systemtheorie (u.a. Luhmann, Baecker, Fritz B. Simon) stellt der Text klassische Managementvorstellungen von Stabilität und Kontrolle infrage und betrachtet Organisationen als eigensinnige Systeme, die einer anderen, nämlich ihrer systeminternen Logik folgen. Organisationen haben es stets mit der Notwendigkeit zu tun, unter Unsicherheit entscheiden zu müssen. Daraus ergeben sich spezifische Folgeprobleme, die die Hacks genau in den Blick nehmen: Die Voraussetzung wirksam zu führen und zu beraten.

Worum geht es in den 42 systemischen Hacks?


Das Buch bietet praktische Ansätze Paradoxien zu bearbeiten, Organisationskulturen zu beeinflussen und Veränderungsprozesse realistischer zu gestalten. Dabei werden paradoxe Anforderungen nicht als zu beseitigende Fehler behandelt, sondern als unvermeidbare Grundstruktur, deren man sich bewusst sein muss, um konstruktiv mit Paradoxien umgehen zu können. So werden Handlungsmöglichkeiten in einem unvorhersehbaren Umfeld erweitert!
 

Und das Beste: Zu jedem unserer Seminare und Weiterbildungen erhalten Sie Ihr eigenes Exemplar der 42 systemischen Hacks – im Programmpreis inklusive!

 

Hier ein paar Kerngedanken:

1. Dekonstruktion und Sichtbarmachung der Paradoxie

  • Hack 6 schlägt vor, Paradoxien in ihren vier Erscheinungsformen zu erkennen: als zeitliches Oszillieren zwischen Polen (z.B. mal wird zentralisiert, mal regionalisiert), als räumliche Trennung in verschiedene Bereiche (z.B. Vertrieb verkauft kundenorientiert, Umsetzungsabteilung stutzt auf das wirtschaftlich Mögliche zurecht), als inoffizielles Weiterlaufen abgewählter Alternativen (wir tun so, als wäre nichts) oder als (oft belastende) Negation des Widerspruchs (z.B. in Zukunft mehr Mitarbeiterpartizipation zulassen und endlich strafführen).
  • Hack 7 nutzt das Konzept des „Doppelpacks“, um den Blick für die Kehrseite von Entscheidungen zu schärfen (z. B. Wirkung und Nebenwirkung oder Lösung und Lösungsproblem).

2. Wechsel von moralischer zu funktionaler Betrachtung

Ein entscheidender Beitrag der Hacks ist der Verzicht auf „Richtig-Falsch-Schemata“ oder moralische Verurteilungen.

  • Anstatt widersprüchliches Verhalten von Mitarbeitenden als Charakterfehler zu deuten, lehren die Hacks, nach der Funktion dieses Verhaltens zu fragen: Wofür ist das, was wir beobachten, eigentlich eine Lösung?
  • Dadurch wird erkannt, dass „brauchbare Illegalität“ (z. B. das Umgehen starrer Regeln) oft notwendig ist, damit das System trotz widersprüchlicher formaler Vorgaben handlungsfähig bleibt.

3. Einsatz von Entscheidungsprämissen als Steuerungshebel

Da man Paradoxien nicht durch Appelle auflösen kann, setzen Hacks an den Verhältnissen (Entscheidungsprämissen) an, die das Verhalten prägen.

  • Programme, Personal, Kommunikationswege und Kulturreflexion sind die Hebel, um ein Ungleichgewicht zwischen paradoxen Anforderungen auszubalancieren.
  • Wenn eine Anforderung zu dominant wird (z. B. reine Kosteneffizienz), kann durch „Gegengewichte“ geschaffen werden, etwa indem man die Entscheidungsbefugnisse (Prämisse Kommunikationswege) ändert oder neue Bedingungen (Konditionalprogramme) einführt.

4. Möglichkeiten bei Unentscheidbarkeit entscheidungsfähig zu bleiben

Paradoxien führen oft zu einem Stillstand, weil beide Alternativen gleichwertig erscheinen.

  1. Asymmetrie erzeugen: Die Hacks helfen dabei, Asymmetrie in Entscheidungsalternativen zu bringen.
  2. Tetralemma: Es wird nach Optionen jenseits von „Entweder-oder“ gesucht, wie etwa dem „Sowohl-als-auch“ oder dem „Weder-noch“.
  3. Verpackungsideen: Da jede Entscheidung riskant ist, bieten die Hacks (insbes. Hack 41) Strategien an, um die Entscheidungsparadoxie kommunikativ zu „verpacken“, damit die Organisation trotz der verworfenen Alternativen stabil weiterarbeiten kann.

5. Förderung von Reflexion und Beobachtung zweiter Ordnung

Die Hacks regen dazu an, den „Autopiloten“ auszuschalten und die eigene Art des Beobachtens zu hinterfragen.

  • Durch Beobachtung zweiter Ordnung sieht die Organisation nicht nur das Problem, sondern auch, wie sie das Problem durch ihre eigenen Unterscheidungen erst erzeugt.
  • Dies ermöglicht eine gewisse Gelassenheit, den täglichen „Organisationswahnsinn“ als Antwort auf komplexe Umweltbedingungen zu akzeptieren und an der ein oder anderen Stelle auch mit Humor zu begegnen.

Anspruchsvolle Organisationsanforderungen durch systemische Hacks handhabbar machen

Zusammenfassend helfen systemische Hacks dabei, anspruchsvolle Organisationsanforderungen nicht als Blockade zu erleben, sondern sie durch andere Beschreibungen, veränderte Strukturen und funktionales Denken in Handlungsoptionen zu verwandeln.

Das Buch ist erhältlich direkt beim Carl-Auer Verlag oder beim Lieblingsbuchhändler:

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Das Kondensat aus Jahrzenten systemischer Beratungspraxis

Die Autorin Sabine Kröhn ist seit 2000 bei PRAXISFELD. Seitdem arbeitet sie als Senior Beraterin für Managementteams. Sie ist zusätzlich hauptverantwortlich für die 16-tägige Weiterbildung „Systemische Organisationsentwicklung mit TÜV-Zertifizierung“ bei PRAXISFELD. Die Ideen zu den systemischen Hacks sind entstanden aus der Arbeit mit ihren Beratungsmandanten, den vielen Fragen und Fällen ihrer Weiterbildungsteilnehmer:innen sowie ihrer intensiven Beschäftigung mit systemtheoretischen Grundlagen.

Bindeglied zwischen Theorie und Praxis

Die „PRAXISFELD SystemBox“ verschafft unseren Teilnehmer:innen der Weiterbildung „Systemische Organisationsentwicklung“ blitzschnell eine Orientierung, was sie zur Bearbeitung ihrer kniffeligen Herausforderungen bedenken müssen.

Die Hacks sind aus den Gestaltungsprinzipien hervorgegangen. Diese sind das Bindeglied zwischen der systemtheoretischen Basis und dem Handwerkszeug in Form von Modellen und Methoden. Sie leisten die Übersetzungsarbeit zwischen Theorie und Praxis. 

Mehr über die Weiterbildung Systemische Organisationsentwicklung erfahren

Systemische Hacks in der PRAXISFELD Akademie

Zu den Hacks und ausgewählten Anwendungsbeispielen wird es in Kürze auch eine passende Weiterbildung geben. Darüber hinaus werden Ihnen die Hacks auch in unserem bestehenden Weiterbildungsangebot immer wieder begegnen – ob im „Strategy Master“, dem Seminar für „Organisationsdesign, Reorganisation & Umstrukturierung“ oder dem Seminar „Organisationskultur entwickeln“. Für alle diese Bereiche finden sich alltagstaugliche Hacks.