Fehlerquellen in Veränderungsprozessen

10.07.2023

Typische Fehlerquellen von Veränderungsprozessen in sozialen Systemen, können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Kein gemeinsames Bewusstsein über den Auslöser und das zentrale Problem,
  • kein klares Ziel,
  • keine geteilte Vorstellung über den Weg inklusive einer kritischen
  • Machbarkeitsprüfung,
  • kein organisierter Reflexions- und Lernprozess und/oder
  • fehlende notwendige Entscheidungen.

Veränderungsprozesse werden meist durch oder von Einzelnen in einer Organisation initiiert, zum Beispiel vom Management, HR oder Organisationsentwicklung, Projektmanagern, Pilotteams etc. Das, was sich dafür vom Einzelnen oder im kleinen Kreis erklärt wurde, erfährt meist da eine Überführung in die Organisation (mangelnde Anschlussfähigkeit), wo es nicht gelingt die Beharrungskräfte eines sozialen Systems zu durchdringen.

Dieser Prozess muss organisiert werden, damit das Vorhaben nicht von der Stabilitätsfunktion der Organisation abgestoßen, sondern aufgenommen und umgesetzt wird. Was in Gesprächen oft als „die Mitarbeitenden mitnehmen“ oder „partizipative Prozesse“ beschrieben werden, kann man auch als Vergemeinschaftung des Veränderungsvorhabens verstehen. Dafür helfen die Beachtung der Funktionsweisen sozialer Systeme sowie die der Phasen eines Veränderungsprozesses.

Wie gelingt es dabei die Fehlerquellen zu lösen?

Die Funktionsweisen beschreiben, dass in einem sozialen System nur das existiert (d.h. von der Organisation auch genutzt wird), was in die Kommunikation und in Entscheidungen gelangt.
Somit gilt zu organisieren, dass das Veränderungsvorhaben ein Teil davon wird inklusive der oben aufgeführten Themen. Fehlen Teile davon, sehen die Mitarbeitenden keine Notwendigkeit sowie keine Mitwirkungs- und Handlungsmöglichkeiten. Das ist manchmal bei Veränderungsprozessen mit agilen Methoden die Krux, die ja eigentlich Partizipation ermöglichen sollen.

Deshalb gilt es Raum durch verschiedene Formate zu initiieren, in denen sich die Beteiligten und Betroffenen mit u.a. folgenden Fragen beschäftigen und somit eigene Erkenntnisse für ein Vorhaben generieren, um dieses nachhaltig umzusetzen:

  • Wieso jetzt und was passiert, wenn nichts passiert?
  • Was wollen wir dadurch (kurz-, mittel- und langfristig erreichen?) In wie fern zahlt es auf unsere Strategie ein?
  • Welche Möglichkeiten im Vorgehen sehen wir?
  • Was „kostet“ uns das Vorhaben?
  • Was müssen wir lernen oder anders machen?
  • Wie können wir das Vorhaben zum Scheitern bringen?