Warum klare Ziele im Design Thinking unverzichtbar sind
Um einen erfolgreichen Design Thinking Prozess zu starten, braucht es im ersten Schritt eine eindeutige Klärung dessen, was mit diesem Vorgehen erreicht werden soll. Zahlreiche Kundinnen und Kunden sind sich der Bedeutung dieser Phase nicht vollständig bewusst, wenn sie sich mit der Bitte um Unterstützung an PRAXISFELD wenden. Häufig besteht bereits der Wunsch nach innovativen Lösungen – aber nicht die notwendige Klarheit darüber, welches Problem tatsächlich bearbeitet werden soll oder welche Ziele im Design Thinking leitend sein sollen.
Unser Ansatz ist daher, zunächst einen strukturierten Zielklärungsworkshop durchzuführen. Dieses Vorgehen bildet die Grundlage, um die Zielerreichung im Design Thinking überhaupt möglich zu machen. Warum dieser Schritt so wesentlich ist und wie er abläuft, wird im Folgenden erläutert.
Der Zielklärungsworkshop als Startpunkt des Design Thinking Prozesses
Die Erarbeitung der Zielvorstellungen ist das Fundament für die Ableitung einer präzisen, bearbeitbaren Fragestellung. Eine tragfähige Frage ist immer Ergebnis einer klaren Entscheidung darüber, was im Rahmen des Projekts verstanden, verbessert oder neu gestaltet werden soll. Damit ist die Zielklärung ein funktionales Pendant zur systemischen Auftrags- und Kontextklärung.
Der hierfür definierte Zeitrahmen wird gemeinsam mit dem verantwortlichen Entscheider gestaltet. Entscheidend ist, dass dieser die Ziele des Design Thinking wirklich trägt und selbst an ihrer Formulierung beteiligt ist. Erst auf Basis dieser gemeinsamen Verständigung kann ein wirkungsvoller Prozess entstehen, der sich an den realen Bedarfen der Organisation orientiert und nicht an diffusen Erwartungen.
Ablauf und Logik eines Zielklärungsworkshops
Optimal ist ein persönliches Gespräch, das etwa 2,5 bis 3 Stunden umfasst. Die Struktur orientiert sich am Modell der Liegenden 8 und fokussiert vor allem auf die linke Seite, die die Analyse, das Verstehen und das Sammeln relevanter Zusammenhänge umfasst. So entsteht ein reflexiver Zugang zur Zieldefinition, der mehr ist als eine Sammlung intuitiver Erwartungen.
Der Workshop beginnt mit einer etwa einstündigen Analyse des Bisherigen. Der Auftraggeber beschreibt den Auslöser für den geplanten Prozess, erläutert die Vorgeschichte, benennt erste Ideen oder bereits angedachte Veränderungsschritte. Ziel ist es, den Kontext umfassend, aber strukturiert zu erfassen. Hilfreiche Leitfragen sind u. a.:
- Was war der Auslöser, um einen Design Thinking Prozess zu starten?
- Was können Sie mir über das Problem erzählen?
- Woran erkenne ich, dass es ein Problem gibt?
- Wer ist von dem Problem betroffen?
Vom Auslöser zum Problem: Die Diagnose
Nachdem das Themenfeld geöffnet wurde, folgt die Diagnosephase. Ziel ist die präzise Formulierung des Problems, das später im Design Thinking Prozess bearbeitet wird. Der Unterschied zwischen Auslöser und Problem wird an dieser Stelle zentral: Während der Auslöser oft ein Bündel von Symptomen beschreibt – etwa sinkende Absatzzahlen, Unzufriedenheit im Team oder ein allgemeines Unbehagen –, beschreibt das Problem den spezifischen Kern dahinter.
Dieser Kern kann ein konkreter „Schmerzpunkt“ sein, wie beispielsweise eine erhöhte Fluktuation in einem Schlüsselbereich, oder eine tieferliegende Ursache, die das diffuse Bauchgefühl erklärt. Für die Klärung eignen sich insbesondere folgende Fragen:
- Was sind die wichtigsten Schmerzpunkte aus Stakeholder-Sicht?
- Wer ist ein typischer User, der von dem Problem betroffen ist?
- Was soll prioritär bearbeitet werden?
- Was passiert, wenn nichts passiert?
- Wo liegt der Business Need?
Abschließend gilt es, das Problem möglichst im Wortlaut des Entscheiders zu formulieren. Diese Selbstformulierung stellt sicher, dass die spätere Arbeit im Design Thinking Prozess tatsächlich an den organisationalen Realitäten anschließt und nicht an externen Interpretationen.
Ziele im Design Thinking systematisch definieren
Nachdem das Problem klar benannt wurde, richtet sich der Blick auf die Ziele im Design Thinking. Diese haben zwei Ebenen: Zum einen das operative Ziel des Workshops – etwa die Entwicklung einer konkreten Idee für einen Prototypen inklusive „Friendly User Test“ – und zum anderen das übergeordnete Projektziel. Let