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Zielklärung für einen Design Thinking Prozess

17. Juli 2018

Um einen erfolgreichen Design Thinking Prozess zu starten, muss vorab geklärt werden, welches Ziel damit erreicht werden soll. Vielen Kunden ist die Bedeutung dieses ersten Schrittes oft nicht bewusst, wenn sie sich Unterstützung bei der Umsetzung der Innovationsmethode bei PRAXISFELD holen. Wir empfehlen dann in der Regel die Durchführung eines Zielklärungsworkshops. Dieses Vorgehen und seine Bedeutung möchte ich hier gerne vorstellen.

Der Zielklärungsworkshop

Kurz gesagt: Die Erarbeitung der Zielvorstellungen ist die Grundlage für die Ableitung einer sinnvollen und bearbeitbaren Fragestellung (Problem), die dem Design Thinking Prozess zugrunde liegt. Es handelt sich hierbei um ein Äquivalent zu einer herkömmlichen Auftrags- und Kontextklärung. Dieser definierte Zeitrahmen eines Zielklärungsworkshops ist notwendig und wird gemeinsam mit dem entsprechenden Entscheider durchgeführt. Der Entscheider muss hinter dem Ziel stehen und in dessen Definition einbezogen sein. Erst auf dieser Basis kann ein erfolgreicher Prozess durchlaufen werden.

Ablauf eines Zielklärungsworkshops

Optimal ist ein persönliches Gespräch mit einem zeitlichen Umfang von 2,5 bis 3 Stunden. Der Ablauf dieses spezifischen Zielklärungsworkshops richtet sich nach dem Modell der Liegenden 8 und betrachtet hier vor allem die linke Seite des Modells.

Es erfolgt zunächst eine ca. einstündige Analyse des Bisherigen. Dabei bekommt der Auftraggeber die Gelegenheit den Auslöser zu beschreiben und die Vorgeschichte zu erläutern, eine Idee zu äußern oder bereits geplante Veränderungen darzustellen. Es geht darum den Kontext zu erfassen. Hier bieten sich die folgenden Fragen an:

  • Was war der Auslöser, um einen Design Thinking Prozess zu starten?
  • Was können Sie mir über das Problem erzählen?
  • Woher weiß ich, dass es ein Problem gibt?
  • Wer ist von dem Problem betroffen?

Nachdem das Themenfeld auf diese Weise erweitert und erforscht wurde, schließt sich die Diagnose an, die eine Formulierung des Problems zum Ziel hat. Der Unterschied zum Auslöser ist hier eine Fokussierung und Eingrenzung des Auslösers, welcher oft ein diffuses Bündel an Symptomen ist, wie z.B. sinkende Absatzzahlen, Unzufriedenheit der Mitarbeiter, o.ä. Auch ein negatives Bauchgefühl kann der Auslöser sein. Das Problem hingegen ist beispielsweise ein zentraler „Schmerzpunkt“ (z.B. die Fluktuation im Bereich Forschung und Entwicklung ist sehr hoch) oder auch die Identifizierung des Grundes für das negative Bauchgefühl. Diese Fragen können bei der Diagnose und Ausformulierung des Problems helfen:

  • Was sind die wichtigsten „Schmerzpunkte“ aus Stakeholder-Sicht?
  • Wer ist ein typischer User, den das Problem betrifft?
  • Was soll vorrangig angegangen werden?
  • Was passiert, wenn nichts passiert?
  • Wo ist der Business Need?

Und als abschließende Frage, deren Antwort möglichst vom Kunden selbst und mit seinem eigenen Wortlaut formuliert werden sollte:

  • Was ist zusammengefasst das Problem?

Nun gilt es das Augenmerk auf die Ziele zu lenken. Da ist zum einen das Workshopziel zu besprechen, also zu klären, welches Arbeitspaket wir mindestens so bearbeitet haben, dass wir eine Idee für einen Prototypen, inklusive „Friendly User Test“ haben. Zum anderen darf das Gesamtziel nicht aus den Augen verloren werden: Was müssen wir erreicht haben, um am Ende des Jahres oder in 12 Monaten auf ein erfolgreiches Projekt zurück zu blicken?

Eine Machbarkeitsprüfung umfasst in diesem Fall die Frage nach den benötigten Ressourcen:

  • Was und wen braucht es zur Zielerreichung?
  • Welchen Aufwand sind wir bereit, in das Projekt reinzustecken?
  • Gibt es einen „Extreme User“ und woran erkennen wir ihn?

Mit dem Ergebnis des Zielklärungsworkshops kann man nun in die ersten beiden Phasen des Design Thinking Prozesses starten. Anhand des ausformulierten Problems ist es möglich, passende Tools zum „Verstehen“ auszuwählen und das „Beobachten“ des entsprechenden Kontextes mit Erfolg zu gestalten.

Auf dieser soliden Grundlage kann der Design Thinking Prozess sehr viel Spaß machen. Das wünsche ich Ihnen!

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